Monsieur Paulsen, der Hummer und wir.

29Jan10

Gerade sind wir von diesem wunderschönen Event heimgekehrt.

Ein – gemessen an den winterlichen Verhältnissen – respektables Völkchen von ca. 50 hatte sich eingefunden, um einige der in Herrn Pauls neuem Buch gesammelten Geschichten einmal beseelt von des Dichters Stimme vorgetragen zu lauschen.

Wir durften erfahren, wie es denn um die deutsche Grillkultur bestellt ist (Der Tanz der Schlachter) – nämlich schlecht – und erfahren von den seelischen und körperlichen Nöten, die einen Jungkoch plagen, wenn Gastrokritiker wie dieser (Ich bekochte Wolfram Siebeck) im Lehrbetrieb zum abendlichen Menü aufschlagen.

Auch wenn man gerne noch mehr dieser amüsanten und zum Teil schrulligen Tatsachenberichte gehört hätte, war doch die angeregte Diskussion, die sich nach dem launigen Vortrag entspann, ein weiteres Vergnügen. Ungestört von Pöblern aus der veganen Ecke konzentrierte sich das Gespräch auf technische Aspekte der Rezeptfindung, -entwicklung, -umsetzung, der anschliessenden Präsentation in diversen Magazinen und letztendlich auf die Auswirkungen auf das Publikum.

Ja, Herr Paul stylt gestaltet Essen und fotografiert es auch noch.

Der Leser hat nun – im Gegensatz zur Sublimierung durch das Anschauen von Kochsendungen im Fernsehen beim gleichzeitigen Zubereiten/Verzehren von Tiefkühlpizza – die Möglichkeit, sich das gezeigte und beschriebene Essen tatsächlich selbst zuzubereiten.

Wichtig hierbei sind die – überzeugend von Herrn Paul aufgezeigten – Faktoren

1. Welchen Wert messe ich dem Essen bei,

2. Was will ich dafür ausgeben und

3. Wieviel Zeit will ich dafür verwenden.

Irgendwie verständlich, dass kein grosser Widerspruch aus dem Publikum kam, auch wenn die individuellen Vorstellungen von Zeit, die in der Küche verbracht wird, doch auseinandergingen. Eine jungen Dame war sogar der Ansicht, sie habe sich kurz vor der Veranstaltung in kürzester Zeit doch tatsächlich ein leckeres Nudelgericht mit Tofu zubereiten können.

Wir alle hier wissen, Tofu/lecker, das ist ein Widerspruch in sich.

Sei’s drum, die 1020 Kekse der Künstlerin wurden nicht ganz aufgegessen, obwohl der Schreiber sein bestes tat.

Paul ist für Kurzentschlossene noch am Sonntag in Darmstadt zu hören und zu sehen.

Hingehen.

Traurig war es übrigens, zu erfahren, dass nach der Veranstaltung Porkcamp eine Flut der Empörung von Seiten der Veganazis aufbrandete. Hierzu wird noch gesondert zu berichten sein.



5 Responses to “Monsieur Paulsen, der Hummer und wir.”

  1. Wie schade, ich war krank, dabei wollte ich so gerne kommen. Zumal ich mir auch die laufende Ausstellung im Museum f. Kommunikation (?) noch ansehen will.
    lg

  2. 2 Sus

    Grmpf, ich hasse es, wenn Trackbacks nicht ankommen …

    Danke für den schönen Bericht. Ich habe dann gestern nacht noch das Buch verschlungen.😀

    Liebe Grüße, Sus

  3. 3 Poulette

    Aber klar lebe ich noch. Im Stillen bin ich hier immer dabei und freue mich über Deinen interessanten Beitrag von Monsieur Paulsen, dem Hummer und Euch. Bei einer Verlinkung zum Porkcamp bin ich hellwach, Veganerdebatten und das Auseinandernehmen von Kochsendungen hingegen wirken mittlerweile eher einschläfernd auf mich. Denke oft an Dich, was Du so treibst, bei der Hiobsbotschaft von der Gruftaufgabe habe ich fast geweint (nein, ich habe geweint). Auch ich habe den Traum, mich irgendwann einmal im Bereich des Genusses selbstständig zu machen und dann gehen einem solche Geschichten sehr nahe. Mädchen halt. Ich hoffe, bei Dir ist alles im Lot! Liebe Grüße aus Düsseldorf!

    An dem Rezept für die kalte, scharfe, Granny Smith Suppe bin ich immer noch interessiert (Sus vermutlich auch).

  4. 4 Sus

    Yep! 🙂


  1. 1 corum.twoday.net

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