Fundstück der Woche.

18Jan10

Was man beim Suchen im Keller nicht so alles entdecken kann…

Der Wein, einst vom Winzer als Gratisdreingabe beim Aufkauf seiner letzten 71er Rieslingauslesen bekommen, galt für mich als ausgetrunken. Und 1987 war ein schlechtes Jahr, an Lagerfähigkeit nicht zu denken.

Da ich ja ein Sparbrötchen bin, schütte ich nichts weg, was ich nicht vorher probiert habe. Und wenn ein Wein schon nicht mehr trinkbar erscheint, kann er doch – so er keinen Muffton hat – immer noch in der  Sauce landen.

Um so überraschter war ich schon beim Öffnen und Eingiessen. Kein Muff, kein Kork, strahlendes

Grüngold.

Und die Nase… erst mal garnichts, dann kommt leicht Grapefruit. Toastbrot, Gras…

Der Probeschluck zeigt es dann: Um 18:15 Uhr ein Moment des Glücks. Keine Spur von Firne, dezente, aber noch präsente Säure, zarte, typischesRieslingsaftigkeit mit leichten Aprikosen- und Noten von unreifer Haselnuss. Feine Süsse, die eher durch den Säureabbau zutage tritt, der Winzer war bekannt, dass er seit den 60er Jahren durchgären liess.

Im Nachhall bleibt Aprikose und ein Hauch von Honig.

Das hätte ich auch unter der Rubrik „Glück“ posten können.

Ich muss weg, Riesling trinken.



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