Ich gehe essen, 6. – Der Elternstammtisch.

04Sep08

Nun hat es mich doch erwischt. Wie schon am 20. März befürchtet, trifft einen jeden Gastronomen einmal der Elternstammtisch.

Obwohl ich – aus der Erfahrung in vorherigen Lokalen – klüger hätte sein sollen, habe ich doch die Reservierung angenommen.

Ein Elternstammtisch. Stammtisch? Das ist doch die regelmässige Versammlung gleicher Personen zu festgelegten, stets wiederkehrenden Zeiten. Oder? Das trifft beim Elternstammtisch nicht zu. Der findet nämlich nur einmal an einem Ort statt. Weil er nicht mehr wiederkommen muss. Das heisst, es zieht eine Gruppe (Eltern?) von Gaststätte zu Gaststätte. Weil sie nicht mehr wiederkommen müssen. Sollen. Dürfen.

Wie geht so etwas?

Anruf Elternteil: „Ich möchte reservieren, so ca. 16 Personen. Ein Elternstammtisch (Alarm! Alarm!). Können wir etwas abgetrennt sitzen?“

Wirt: „Klar, im Kolleg. Wird auch gegessen? (Erfahrung…)“

Elternteil: „Oh, ja, natürlich.“

Gnädig nehme ich die Reservierung an, stelle die Tische im Carré und lasse die Bedienung alles bereitstellen.

Auftritt Eltern: „Wir setzen uns jetzt doch oben hin. unten ist es uns zu kühl, ausserdem sind wir nur ca. zehn.“

Auftritt 9 Personen. Gesamtumsatz knapp € 80. Achtzig. In 3 1/2 Stunden.

Am Ende der Veranstaltung kollektives Sitzen bei leeren Gläsern für ca. 50 Minuten. Daraus haben wir uns einen Spass gemacht und die genussverweigernde Gesellschaft dann zum Zahlen an der Theke aufmarschieren lassen. Es waren tatsächlich drei Personen dabei, die  in 2 1/2 Stunden ein Getränk und eins unserer Häppchen vertilgt haben. Das macht 2.80. Danke sehr.

Für diese Bevölkerungsgruppe verwende ich künftig den Begriff „kulinarisches Prekariat“.

Übrigens war ein Herr am Nebentisch, der – nicht weil er nun Geburtstag hatte -, mit seiner Begleitung entspannt und ohne grosse Mühe € 58.00 erzielte. Aber mit Spass.

Womit habe ich das verdient?



10 Responses to “Ich gehe essen, 6. – Der Elternstammtisch.”

  1. Schon mal über Stripperinnen nachgedacht?

  2. 2 artifischl

    Lieber Fressack, wir kommen am 22.9. zu Dir und Essen und trinken gaaanz viel. Und wir werden viel Spass mitbringen. Obwohl keiner Geburtstag hat. Nur eine von 6 wird warscheinlich kein Alkohol trinken wegen akuter Schwangerschaft. Aber dafür isst Sie mehr. Wir wern uns so rischtisch schön dursch dei leckre Speisekatt fresse ! Bis dann !

  3. hier wird der Beitrag diskutiert, lieber Wirt.

  4. ich weiß schon, warum ich früher bei diesen elternstammtischen nie mitgegangen bin. ich wäre ja negativ aufgefallen mit einer hohen rechnung🙂

  5. Die Stammtischteilnehmer haben ihren Nachwuchs geschlagene dreieinhalb Stunden sich selbst bzw. den Babysittern überlassen? Rabeneltern!

  6. Gar net!

  7. das oben verlinkte gebrabbel ist teils wirklich lustig.

    was ich jetzt aber nicht ganz verstehen an ebendiesem dortigen gebrabbel: hier oben im post in diesem blog stund doch eineindeutig dass der besteller gefragt wurde ob auch gespeist werden solle. ich hab‘ ja auch schon oft für irgendwelche treffen einen platz bestellt in irgendeinem lokal, aber wenn die konsumation nicht über drei soletti und fünf chips (so diese kostenlos serviert werden, aber dann wird ja gerne mehr genommen, auch im plastikgeschirr für zu hause), dann sag‘ ich das dem wirt eben dazu. erstens braucht dann nicht für fünfzehn personen eingedeckt zu werden, wenn nur neun kommen, und auch das küchenpersonal, die vorräte etc. brauchen nicht prüfend kontrolliert werden. denn 15 personen, die einen platz bestellen, gehen ja extra zum laufenden geschäft, also zusätzlich, und erfordern eben entsprechende massnahmen.

    ich kann mir die unmutsäusserungen nur damit erklären, dass diese leutchen in ihren heimischen küchen einfach immer genügend vorräte haben, um innerhalb einer halben stunde acht verschiedene mindestens dreigängige menüs, zwei davon vegetarisch, eines vegan, und eines rein bio, auf den tisch zu zaubern.

    und wie lange dauert noch einmal das im carre aufstellen und eindecken der tische für 15 personen? dreissig minuten mindestens, wenn einer geübt und flott ist. und anschliessend werden tischdecken, teller, gläser und besteck eben einfach noch einmal gewaschen. kommt ja alles umsonst, nicht wahr, bevor das personal nur so zur dekoration herumsteht.

    und schon weiß ich wieder, warum meine stammwirte auf meine frage „willst ein a conto“ immer zu antworten pflegen: „von DIR nicht“. mit der betonung auf DIR.

  8. wieso stripperin?


  1. 1 Ute Gerhardt im World Wild Web

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