Henssler, 8. – Heute: Techniken

06Nov07

Lieschen Müller tut mir leid. Wenn sie sich der gestern gezeigten diversen Techniken bedient, sieht ihre Küche gleich aus wie Sau. Erst fallen die groben Zwiebelstücke („schön fein schneiden“) umher und dann läuft noch der Herd voll mit dem überschwappenden Grünkohlkochwasser, das durch ein Sieb aus dem Topf gedrückt wird. Das nenne ich anschaulich. Wenigstens weiss Lieschen jetzt, dass man den gewaschenen Kohl nur mit beiden Händen „aus dem Wasser schöpfen“ soll.

Ob Grünkohl Form und Farbe bewahrt und wirklich süsser schmeckt, wenn man ihn „einfach einen Tag in den Tiefkühler“ stellt, wäre auszuprobieren.

Bei der Zubereitung erfahren wir, dass Grünkohl „das grobe (!) Aroma der Zwiebel, nicht das feine der Schalotte“ braucht, und, nachdem er nur mit Speck und Zwiebel angeschwitzt und mit etwas Brühe gekocht wurde, zum Schluss nur noch grob mit Haferflocken bestreut werden muss (das bindet die Feuchtigkeit“). Fertig.

Wahrscheinlich liegt hier der Grund, warum südlich von Hamburg der Grünkohl eher auf Unverständnis oder Ablehnung stösst.

Lieber Steffen Henssler, auf Anfrage teile ich gerne mal ein richtig schön einfaches leckeres Grünkohlrezept mit, quasi als Ehrenrettung für dieses schöne Gemüse.

Die in der Pfanne „scharf angebratene“ Hackschnitte aka Tatarschnitte erwähne ich nur am Rande, „Frenchtoast vom salzigen (Kommentar des Bruders) Rinderfilet“ hätte spannender geklungen. Zwar meine ich auch, dass selbst geschnittenes oder durchgelassenes Tatar immer dem gekauften vorzuziehen ist, aber zu behaupten „bei diesen durchgelassenen Sachen weiss man nie, was drin ist“, ist vielleicht nicht so ganz fair gegenüber dem Metzger des Vertrauens.

Mit den erstaunlichen Informationen, dass es ein „klassisches Eis, Rosmarin-Milcheis“ gibt und dass ein Zwetschgencrumble „der schnellste Zwetschgenkuchen der Welt, ohne Teig“ ist, schliesst leider die Sendung schon.

Allerdings freue ich mich schon auf heute abend.



7 Responses to “Henssler, 8. – Heute: Techniken”

  1. Kann leider zurzeit nicht gucken. Stehe zu lange im Novemberstau. Aber, wenn ich das so lese, sollte ich mal über Chris‘ Videorekorder nachdenken.

    Auf Dein „richtig schön einfaches leckeres Grünkohlrezept“ bin bestimmt nicht nur ich gespannt.

  2. Also zu dem Grünkohl kann ich aus Erfahrung sagen: Der aus unserem Garten braucht definitiv Frost auch wenn Wikipedia da anderer Meinung ist und das auf die späte Ernte zurückführt. Wissenschaftlich vielleicht nicht erwiesen, aber Erfahrung. Auswirkungen auf Form und Farbe definitiv keine! Und die Norddeutsche an sich bindet die Feuchtigkeit sicher nicht mit Haferflocken, ürgs…Es gibt wirklich sooo schöne Grünkohlrezepte nördlich von Hamburg.

  3. 3 fressack

    Grünkohl braucht Frost, ganz klar (warum eigentlich?) – aber auf dem Feld und nicht zu Hause.
    Mein Rezept kommt die Tage, bin etwas beschäftigt zur Zeit….

  4. Stimmt, wenn er erst mal geerntet ist, stoffwechselt er nicht mehr, daran kann die beste Tiefkühltruhe nix ändern. 🙂

  5. Tja, der Spaß hat jetzt auch schon wieder ein Loch:
    http://www.satundkabel.de/modules.php?op=modload&name=News&file=article&sid=26908&mode=thread&order=0&thold=0

    Aber am 8. 11. kommt die Kocharena auf Vox – gelernte Großköche gegen perfekte Dinnermacher, drei Stunden lang. Uff.

  6. gruenkohl ist einfach kein feines gemuese, da moegen suedlich von oldenburg (hamburger haben von braunkohl keine ahnung, die oldenburger wenigstens eine palme) noch soviele rezepte gelagert werden.
    ja, ich habe gruenkohl auch schon als suppe und salat verzehrt und in der not schmeckt die wurst auch ohne brot, aber als bewohner der norddeutschen tiefebene bestehe ich auf schmalz, hafergruetze, bremer pinkel und wenn noch ordentlich kassler bei ist bin ich auch nicht sauer. schallotten sind allein schon zuviel gefummel.

    auf diese kocharena bin ich auch gespannt, aber ehrlicherweise muss ich zugeben, das mir immer noch die sendung fehlt, wo die schleuderkoeche das verbrochene selbst aufessen muessen, zur not mit vorgehaltener waffe. bis zum letzten kruemel. und anschliessend kueche putzen, vorher geht keiner nachhause.


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