Glück, 2. – Aggregatzustände.

13Okt07

Wenn man sich mit der Natur der schönen Dinge beschäftigt, findet man wahren Genuss oft im Einfachsten. Deshalb hier ein paar Eindrücke von den verschiedenen Erscheinungsformen des 5. Elements. Schliesslich habe ich im Odenwald nicht nur herumgesessen, sondern auch beim Keltern geholfen.

dsc00748.JPG Links im Bild Peter Merkel, rechts ein Apfellieferant.

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Die Aggregatzustände: Rechts die Urform, links der frische „Siesse“.

Das mündete nach getaner Arbeit in eine kleine, aber seriöse Verkostung; mit folgendem Ergebnis:

Vorausschicken muss ich, dass sich sich Apfelweine – auch bedingt durch die meist vollen Gläser und die niedrige Temperatur von ca. 7° im Duft nur schwer erschliessen. Bestenfalls ist ein leichter Apfelton erkennbar. Die Farbe ist schon aus der Natur der Sache meist goldgelb, je nach Ausbaumethode naturtrüb oder natürlich geklärt. Strahlender Glanz ergibt sich oft aus der (traditionellen) Zugabe von Speierling oder anderen gerbstoffreichen Früchten. Grünliche Nuancen weisen auf eine Oxidation hin.

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In der Reihenfolge liess ich mir schmecken:

Apfelwalzer, (Sektglas)

ein Apfelschaumwein aus dem Hause Dieter Walz, einem Edelbrenner und Kelterer aus Fürth/Odw., hergestellt nach traditioneller Methode in Flaschengärung.

Trockener Schaumwein, weiniger Nachhall, feines Säurespiel, im Duft leichte Blütennoten.

Hausschoppen „ITEM“, Peter Merkel (Erstes Glas auf dem Probebrettchen)

Ein Apfelwein aus den Früchten der Sorten Graurenette, franz. Renette, Dülmener Rosenapfel, Schöner von Nordhausen, Rheinischer Bohnapfel. Von einer Streuobstwiese namens ITEM. Kräftiger charakteristischer Apfelton, im Nachhall ein wenig Pfirsich, säurebetont im Abgang, lang.

Geheimrat Dr. Oldenburg, Peter Merkel

Sortenrein gekeltert, trocken, milde Säure, leichte Gerbstoffe, Hauch von Aprikose.

Rote Maische, Peter Merkel

Aus rotschaligen Apfelsorten und 20% roten Weintrauben eingemaischt und vergoren. Roséfarben schillernd. Im Duft leichter Zitruston, weinig-runder Geschmack, milde Säure. Für Puristen ein „weiniger“ Fremdton, sehr harmonisch.

Rheinischer Bohnapfel, Peter Merkel

Sortenrein gekeltert. Kräftiger Apfelton, trockene Gerbstoffnote, milde Säure, tritt sehr zart auf, habe schon kräftigere Bohnäpfel getrunken.

Goldrenette von Blenheim, Peter Merkel

Sortenrein gekeltert. Kräftig, typischer Renettenton, trocken im Nachhall, perfekt eingebundene Säure. Vom Kelterer als „feinherb“ beschrieben. Ich stimme zu. Es muss nicht immer Riesling sein, dieser Schoppen wäre ein würdiger Ersatz.

Apfelzider, Peter Merkel

Apfeldessertwein nach Sherryart. Chaptalisiert, deshalb 14 Vol.%.

Nussig, ein Hauch Waldhonig, feine Säure, leichter Karamel im Abgang, lang anhaltend.

Alle Weine 2006.

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Danach ging es zum Abendessen nach drinnen.

Glück.



5 Responses to “Glück, 2. – Aggregatzustände.”

  1. Auf Maike I.

  2. 2 fressack

    Maike rulez.

  3. Martin kümmert sich um die Weine, Du um den Äppelwoi!

    Sollte ich mal den Cidre in Angriff nehmen, oder besser den Calvados?…..

  4. da hätt ich auch gerne beim Keltern mitgeholfen. Insbesondere beim vierten Bild.

  5. 5 fressack

    Das ist an sich keine schwere Arbeit, und der Duft des Mostes und der Geschmack der sog. Cuvee, d.h. des nur durch Eigendruck auslaufenden Saftes, der für die Herstellung von Schaumwein verwendet wird, sind unbeschreiblich.


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