Geschichten aus der Gruft, 4.

16Jul07

Als Küchenchef hat man ja das Privileg, etwas über dem ganzen Geschehen zu stehen und dadurch auch einen entsprechenden Überblick zu gewinnen. In den ersten drei Tagen des Wunderns und Staunens war mir die Position und Aufgabe einer älteren Dame, genannt „Mutti“ noch nicht recht klar geworden.

Dies änderte sich am vierten Tag, als diese Dame (die Mutter des Inhabers) neben ihrer verantwortungsvollen Aufgabe des Überwachens des Wasserverbrauchs der Spüler und der Personalbons (Mittagessen für drei Kellner) nun zu Hochform auflief.

Unter Präsentation von drei Blumenkohlköpfen wurde mir bedeutet, dass es am nächsten Tage zu mittag Blumenkohlsuppe gebe. Aber nicht „gehackt“ (püriert), sondern in Brühe. Kein Problem für mich.

Beim späteren Aufsuchen der Personaltoilette wunderte ich mich über den neuen Vorrat von Papierhandtüchern. Die waren mit Werbung bedruckt und stammten aus den entsprechenden Spendern, lagen aber auf einem Stapel und sahen tatsächlich so aus, als seien sie erst zerknüllt und dann von Hand glattgestrichen worden.

Übrigens arbeite ich dort nicht mehr.



9 Responses to “Geschichten aus der Gruft, 4.”

  1. Letzter Satz: das beruhigt mich, obwohl ich auch die Folgen 5, 6…n noch gerne gelesen hätte.

  2. 2 fressack

    Es gibt noch Grüfte aus der Vergangenheit, aus denen man berichten könnte. Vielleicht wird eine Rubrik daraus.

  3. Millionen begeisterter Fans fordern die sofortige Einführung dieser Rubrik!

  4. 4 fressack

    Das darf dann aber nicht so aussehen wie Bourdains „Bekenntnisse eines Küchenchefs“.
    Ausserdem gilt man sehr schnell als Nestbeschmutzer.
    Allerdings habe ich den Vorteil, dass für mich der ungeschriebene Ehrenkodex der gelernten Köche nicht gilt: ich bin keiner.

  5. Kein gelernter Koch? Wie wird man dann Küchenchef? Würde mich interessieren.

    Gruß!

  6. 6 fressack

    Frechheit siegt.
    Nein, ich kann kochen, man weiss das und – entsprechendes Auftreten vorausgesetzt – wird bei Nachweis der Fähigkeiten durchaus akzeptiert.
    Das funktioniert natürlich nicht in grossen Betrieben, z.B. Hotelketten. Die gehen stur nach Ausbildungsnachweisen und zeugnissen. Ganz gleich, ob man kochen kann oder nicht.

  7. 7 Bolli

    bin beruhigt, dass Du dort nicht mehr arbeitest…

    Treibst also Dein Unwesen in Hessen?…

  8. 8 fressack

    Stimmt, ich bin e Hanauer Geelerüb.

  9. der wasserverbrauch der spueler scheint ein wichtiges thema zu sein. ob die gaeste von sauberen tellern essen, offenbar nicht so.


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