Geschichten aus der Gruft, 1.

07Jul07

Eine Grosstadt. Eine Vielzahl von Restaurants. Gastroführer-Prämierungen.

Stellenanzeige: „Erfahrener Küchenchef für spanisch-südamerikanisches Restaurant gesucht“.

Zwischen Projekten habe ich Zeit, also Anruf, Termin, Gespräch. Man sucht jemanden, der koordiniert, die Mitarbeiter (1 gelernter Koch, 4 Aushilfen, 2 Spüler) führt, wieder „Qualität hineinbringt“ und alles „auf eine Linie bringt“.

Das klingt nach Herausforderung, reizt mich.

Eine erste Besichtigung lässt mich beinahe rückwärts fliehen, aber ich gebe gewöhnlich nicht so schnell auf, wie gesagt, eine Herausforderung.

So eine schmutzige Küche habe ich lange nicht gesehen, schmutzig auf eine eklige Art. Arbeitsflächen und Boden sehen geputzt aus, dafür ist jede erdenkliche Ecke schwarz von altem Fett, jede Schraube hat einen Ring von Schwarz und jede Rille ist zu. Regale, auch die für Teller, sind pelzig mit einer Schicht aus Fett, Staub und Krümeln. In einem kleinen Nebenraum, wo die Elektrik untergebracht ist, werden Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren gelagert, praktisch vom Boden einzeln aufnehmbar. Darüber muss man steigen, um an die Aufschnittmaschine zu gelangen, auf der der Pata-Negra-Schinken (!) und die Chorizo geschnitten werden. Ach so, und die Auberginen, die, in Scheiben geschnitten, auch dort lagern.

Dem Besitzer nehme ich das Versprechen ab, dass geputzt werden darf – notfalls von einer Firma – und ich beruhige mich erst einmal, nehme mir vor, in kleinen Schritten die Erneuerung durchzuführen.

So ein fettklebriger Bondrucker in der Küche hat den Vorteil, dass man einzelne Bons daran festkleben kann.

Die fallen dann nicht mehr herunter.




5 Responses to “Geschichten aus der Gruft, 1.”

  1. 1 nina

    rach und krach maessig den eisernen besen schwingen?

  2. 2 szenekochin

    Mehr davon. Da kann ich auch aus verschiedenen Nähkästchen plaudern….

  3. 3 fressack

    Das mit dem eisernen Besen wäre eine gute Idee. Ich bin für die Einführung einer Food-Polizei.

    @szenekochin (wo ist eigentlich der umlaut?): Mehr gibt es morgen.

  4. foodpolizei?
    da kann man doch sofort 75% der deutschen gastro schliessen.

  5. 5 fressack

    Na, ich würde sagen, die Hälfte. Der Rest hätte dann – verdientermassen – sehr gutes Geschäft.


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