Faulsack, 2. – Die Reue.

25Jan11

Wegen massiver Nörgelei an gewissen Stellen – so wie auch hier – sehe ich mich veranlasst, nun doch einmal ein Lebenszeichen von mir zu geben. Gleichzeitig möchte ich aufs Schärfste der Vermutung/Unterstellung entgegentreten, ich zählte lieber Geld statt Beiträge in meinem Blog zu verfassen.

Es ist aber tatsächlich so, dass mein lange gehegter Herzenswunsch – nicht zuletzt durch die unbeschreibbare Unterstützung der Liebsten – in Erfüllung gegangen ist: die gute, alte, traditionelle Äppelwoiwirtschaft MAINLUST  –  Desche-Otto wieder führen zu können. Eingeweihte wissen um die Auseinandersetzungen mit dem ehemaligen Freund und seiner neuen Finanziére, für Aussenstehende wäre eine Erklärunng zu umständlich und vielleicht langweilig. Meine Situation kann man durchaus mit der alten (chinesischen? Indianischen?) Weisheit beschreiben:

“Man setzt sich an den Fluss und wartet, bis die Leichen der Feinde vorüberschwimmen.”

Sei’s drum, der Hanswurst hat recht, es ist viel zu tun. Ein Lokal wieder zum Lichte zu führen, das bereits durch zwei eher dilettantisch agierende Vorgänger niedergefahren wurde, ist eine echte Herausforderung. Gleichzeitig auch eine Art Hobby von mir, weist doch meine diesbezügliche Bilanz bisher ein 4:2-Verhältnis von “Gelungen:Nichtgelungen” auf.

Aber es ist Arbeit. Keine sehr harte, körperliche Arbeit – sieht man von der Tatsache ab, dass man ca. zwei Monate täglich von 16 bis 24 Uhr in seinem Laden umherdappt, dazu noch Einkaufen fährt und von der Liebsten dann doch zu einem gelegentlichen Spaziergang gezwungen wird. Arbeit, die Spass macht.

Die alten Stammgäste von vor vier Jahren der Reihe nach wieder begrüssen zu können, die bis auf wenige einzelne Ausnahmen alle wieder bei uns sitzen, lässt das Gefühl aufkommen, irgendwie etwas richtig zu machen.

Wir haben einen alten Freund mit Sterneküchenvergangenheit gewinnen können, bei uns ein wenig aufzukochen, reduzieren unsere Standardkarte und bieten täglich ein bis zwei Schmankerln an. Funktioniert offenbar, es bleibt also wenig Zeit zum Bloggen.

Es reicht noch nicht einmal, um all meine Lieblingsblogs täglich zu verfolgen, geschweige denn, in gewohnter Weise rundumzuschlagen. An dieser Stelle ergeht ein Aufruf an meine veganen Feinde: Schreibt! 

Die selbsternannte Königin der veganen Spinnergemeinde – Ava Odoemena - hat wohl entweder all ihr Gift verspritzt oder ist an ihren selbstgezüchteten Pilzen eingegangen. Auch Chefkoch Ente - der mit den Bildern von Erbrochenem – wiederholt sich. Es fehlen Impulse, also bitte, schreibt! Dann werde ich mich vielleicht wieder zu Kommentaren genötigt sehen.

Allen anderen treuen Lesern und untreuen Besuchsankündigern (z.B. aus Rheinhessen) sei ein Besuch in unserer “neuen Gruft” empfohlen.

Man sagt, es lohne sich, nicht zuletzt wegen der Kultur.



25 Responses to “Faulsack, 2. – Die Reue.”

  1. 1 Alex

    Also ich hab den Text jetzt 3 x gelesen und komm immer noch auf dieses Ergebnis :
    Gesamtarbeitszeit als Schoppewerd = 2 Monate (ausgehend von einer Summe 12 verfügbarer Monate pro Jahr) * 8 Arbeitsstunden (Dienst von 16:00 bis 24:00 Uhr) pro Tag = 240 Stunden. Davon die wirklich üble Schaffe wegdelegiert auf Leibeigene (Köche) und die Skla.. äh, Gattin, sowie die restlichen 10 Monate irgendwo am Faulenzen.

    Das macht dann etwa 7.200 Stunden weiterhin fürs Geld zählen und Blog – Einträge schreiben verfügbare Freizeit.

    Shit, ich hätte doch ne Kneipe machen sollen.

    Oder hab ich da was falsch verstanden ? ;o)

    Gude
    Alex

  2. Guck an! Geht doch!

  3. 3 arthurstochter

    Hurra!
    Und? Hat Ava Odoemena schon gezuckt?

  4. 4 Ulla

    Mensch, Fressack, fein, dass Du Dich wieder meldest. Als eine, die selbst kein Blog hat und meist nur mit liest, darf ich natürlich keine Ansprüche stellen. Aber wenn Du mal wieder Zeit hast, schreib doch nicht immer nur über die öden Veganer. Deine Rubrik Engelskost war toll und natürlich der Sensewatchman und die Gruftgeschichten. Wie auch immer – bleibe boshaft und sei(d) glücklich. Übrigens, wenn ich in Euren Blogs aus dem Rhein-Main-Gebiet (Fressack, Alex, AT, Claus) stöbere, komme ich als Hannoveranerin ja manchmal ins Grübeln.
    Herzliche Grüße und mach demnächst nicht ganz so lange Pause

  5. Hey Ulla! Ich bin auch Hannoveranerin! :)

    • 6 Ulla

      Hey Arthurs Tochter. Ja, das habe ich mit Freude gelesen. Nichts gegen unsere Heimatstadt – sie hat viele sympathische Seiten. Mein Eindruck ist aber, dass Du in Deinem (Wein)Rheinhessen ganz gut, wenn nicht besser, aufgehoben bist.
      Herzliche Grüße aus der Südstadt

  6. 7 Alex

    Warum kommst Du ins grübeln, wenn Du unsere Blogs liest ?

    Gude
    Alex

    • 8 Ulla

      Weil ich lesenswerte Foodblogs, die in meiner Nähe verortet sind, noch nicht gefunden habe. Hier ist aber es auch schwer, Fleisch und Fisch von wirklich guter Qualität zu bekommen. Ihr seid einfach genussorientierter und ich sage das durchaus mit Neid.

  7. 9 barbara

    chefkoch ente war mir unbekannt.
    bilder von erbrochenem trifft es aber sowas von!
    die diskutieren da ja sogar, ob wein auch wirklich vegan ist.
    tränen gelacht, vielen dank für den tip.

  8. 10 Alex

    Ulla,

    das es in Deutschland ein kulinarisches Nord/Süd-Gefälle gibt, ist ja hinlänglich bekannt, allerdings muss ich sagen, daß ich bei meinen Reisen in den Norden des Landes sehr lebenslustige Menschen und großartige Lokale gefunden habe, hingegen in HESSEN sehr häufig grummelige Typen über ihrem schalen Bier und miesem Essen ihre Fresse lang ziehen und kein Wort mit einem wechseln, schon garnicht über kulinarische Belange.

    Es mag an der Pseudo-Metropole Frankfurt liegen, daß in den letzten 10 Jahren wenigstens ein paar anständige Restaurants eröffnet haben, aber die solltest Du mit etwas Mühe auch in Hannover finden. Was ich am Norden gut finde ist die Nähe zum Wasser und das sie schon morgens mal nen Korn kippen, hehe.

    Ich denke es kommt einfach darauf an, mit wem man spricht und wen man kennt. Hessen ist für mich absolut nicht der kulinarische Nabel Deutschlands, der liegt sehr viel weiter südlich.

    Alex

    • 11 Immeressen

      Frankfurt ist die Weltmetropole des totgezapften Bieres. Als Alternative bliebe noch Schöfferhofer. Ich glaube es gilt eine Verschwörung der Apfelweinkeltereien aufzudecken.

      • So sehr ich auch dem Apfelwein verhaftet bin, so energisch muss ich diese Unterstellung zurückweisen.
        Gerade bei uns legen wir Wert auf ein sauber gezapftes Pfungstädter Pils (eine der letzten Privatbrauereien) sowie ein cremiges Guinness.
        Schöfferhofer ist als ein Produkt der Radeberger Plörrebrauerei zu garnichts eine Alternative. Ein süsslicher Industrieschoppen.

      • 13 Sus

        Echt? Du verkaufst Pungschder? War mir gar nicht aufgefallen. Find ich gut, ist mir als Apfel-Quitten-Wein-Präferierende aber nicht ganz so wichtig.
        (Bei irischem Bier bevorzuge ich Murphy’s.)

        Liebe Grüße, Sus

        Ich glaube, wir sollten mal wieder vorbeikommen …

  9. Oh, es gibt ihn noch!

    Bin gestern auf dem Weg zu einem Termin in Schwanheim an der Mainlust vorbeigelaufen. Leider waren um 16.20 Uhr die Rolladen unten und ich konnte nur kurz einen Blick auf das Kästchen mit den Karten werfen. Hätte gern meine 2 Begleiter in Deine heiligen Hallen dirigiert.

    Egal, die nächste Landesmeisterschaft im LLZ kommt bestimmt. ;)
    Falls sich vorher keine Gelegenheit mehr ergibt.

    Weiterhin viel Erfolg mit der Kneipe.

    • Vorbeischlendernde Bloggerkollegen sollten dann vielleicht mal durch den Garten hinten rein kommen. Einen Schoppen haben wir auch schon um 16:20 parat.

  10. 17 Alex

    Hätte man meinen Artikel gewüridgt, so wäre man gleich beim 1. Foto auf einen Wegweiser gestoßen : “EINGANG DURCH DE GADDE!”

    Das Leben ist eben ein Adventuregame… erinnert sich noch jemand an TEXT PARSER ?? ->

    read sign
    “a curious handwritten sign seems to be written in the strange local language. It has no meaning to you”
    loook arrow
    “an arrow is pointing north, west and south. maybe you should follow it ?”
    go north
    “you are noth of an obviously deserted building”
    go west
    “you are west of an obviously deserted building”
    “there is an entrance to a lovely little garden here…”
    enter garden
    “you are standing in front of the back entrance of the seemingly deserted building. Though it seems not to be that deserted, as a cheerful looking guy in a black robe is standing there, grinning to himself. In his right hand he is holding a huge pot filled with “Apfelwein”
    “The cheerful guy is greeting you : “GUDE!”
    follow the guy
    “you are following the guy into his dimly lit chambers.. you have reached…

    ZORK ZSCHWALBACH
    The Great Applewoi Empire

    to be continued..

    Alex

  11. @Alex:
    Hihi! Und am nächsten Morgen wacht man mit einem Analgesic und etwas Pocket Fluff im Bademantel auf! Und vor dem Haus tauchen gelbe Bulldozer auf…

    Liebe Grüße, Sus

  12. 19 Alex

    Sus : Was Du meinst ist “The Hitchhikers Guide to the Applewoi” !
    Schön das wenigstens EIN Leser den Gag versteht.

    Sorry, da hatte unser Programmierer Mist gebaut. Es sollte natürlich heissen :
    ZORK ZSCHWANHEIM. The Great Applewoi Empire. In Anlehnung an ZORK III ,
    The Great Underground Empire. Sehr zu empfehlen übrigens. Würden unsere
    Kids das heute zocken statt in hochauflösender Grafik irgendwelche Soldaten
    abzuknallen könnte Deutschland noch zu retten sein. Ich werde mir jedenfalls
    einen Infocom-Emulator für meinen Rechner besorgen.

    Alex

    • @Alex: Ich wußte schon, daß das der Anhalter war. Ich gehe nie ohne mein Handtuch aus dem Haus.
      Wofür einen Emulator? Bei http://www.xs4all.nl/~pot/infocom/ geht’s online.

      Und für Zork 1-3 gibt’s wohl auch Windows Executables.

      Liebe Grüße, Sus
      P.S.: Wenn man zu lange im Great Applewoi Empire verweilt, braucht man am nächsten Tag das Analgesic! :-D

  13. So, ich versuche es heute nachmittag mal wieder. Werde so zwischen 16.15 und 16.30 Uhr ans Hintertürchen klopfen. Ob mit Anhang, weiß ich noch nicht. :)

  14. 22 nina

    “Gleichzeitig schliessen sich die Muskelzellen und ein Teil des Saftes bleibt im Inneren des Fleisches enthalten.”

    http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/diverses/Wer-kein-Hippie-ist-grillt-mit-Gas-/story/17145460

    da musste ich gleich an dich denken ;-)

  15. Ich sollte ja hier schreiben, daß es gut war und das tu ich hiermit, wenn auch etwas verspätet. :)
    Das Apfelweinbrot ist saulecker!

  16. Ja, schaffe, schaffe, Häusle baue… geht es denn nicht allen so, die neben dem bloggen auch noch einer zumindest teilweise mehr oder minder geregelten Arbeit nachgehen?
    Schön, wenn man dann noch Arbeit delegieren kann… mir selbst scheint das nicht immer bzw. nicht im geeigneten Maß zu gelingen… wenn ich denn wüsste, wie ich das leidige “Spazieren gehen” delegieren könnte, da wäre mir schon mancher Tag gerettet ;-)

  17. hat mir sehr getaugt, vorgestern abend, so spontan bei dir und der liebsten in der mainlust. wenn der sebastian nicht wär’, wär’ nix draus worden. euer anspruch gefällt mir – und was auf den teller kommt, sowieso. vor allem das “hessen-sandwich” – großartige idee und in allen bestandteilen (das brot! der eingelegte handkäs!) so gut umgesetzt, dass ich es selbst jetzt, gezeichnet vom gemeinen messeschnupfen, auf der stelle haben möchte.


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