Kocharena, eine Nachlese.

20Mai08

Harte Zeiten für Schleuderköche. Lustig der Blick auf Herrn Mälzers Gesicht, wenn er sich unbeobachtet glaubt. Offenbar ist Kritikverträglichkeit nicht seine Stärke, eher das Austeilen. Immerhin treffend seine Einschätzung unseres beliebten Grobkochs Henssler:

“Ausser totem Fisch kann er ja nix”

Eher peinlich: “Was läuft im deutschen Fernsehen denn schon so rum? Die Wiener und da hörts auch schon auf…. … andere Nichttalente so wie Wiener…”

Obwohl ich die auf spektakulär gequälte Sendung ablehne, war es mir eine innere Brautnacht zu sehen, wie wieder mal eine – übrigens putzige – Hobbyköchin solidere Arbeit ablieferte als die Profis. Halbgare Salsiccia auf mit den Fingern vermatschtem Gemüse ist auch von Sternehand gefertigt nur daneben. In höchstem Masse eklig – bitte NICHT nachmachen! – ist das Aufblasen von Därmen, um dann Wurst hineinzufüllen. Herzinfarktrisiko für Veterinäre, das passt doch dann eher zu Frau Roche.

Als weiteren Abgesang auf die Moleküche war treffend Herrn Horrmanns Bewertung des Blumenkohlespumas:

“Jetzt hat dieser Schrott aus der Sprühdose schon in der Kocharena Einzug gehalten; wo ist da eigentlich noch die Küchenkultur? Es reicht doch, wenn wir Feuerlöscher haben.”

So isses.



7 Responses to “Kocharena, eine Nachlese.”

  1. Wobei… das mit dem Feuerlöscher bringt mich auf eine Idee. Wieso nicht flambierte Dinge bei Tisch mit einem Espuma löschen? Z.B., wenn beim Jugo die “Große Potpourriplatte am brennenden Flammenschwert serviert” an den Tisch gebracht wird, und dann kommen zwei Kellner in Schutzanzügen und löschen mit Slivowitz-Espuma ab… Fände ich cool.

  2. 2 mouchi

    Solche Kochshows finde ich relativ albern, sie sind aber wohl so erfolgreich, weil viele Leute einfach nichtt mehr kochen, die im überquellenden Papierkorb hinterlassenen Pizzakarton um die Ecke sprechen da schon Bände.

    Ansonsten finde ich so Kunstküchen doof, auf die Kernpunkte reduziertes Kochen mit lokalen Zutaten hat schon was. Im Wesentlichen liegt der Kniff.

    Andererseits ist jeder Versuch, Leute zum Kochen anzuregen zu loben. Und letztlich kann man bekanntermaßen über Geschmack nicht streiten.

  3. Eine polarisierende, junge Schweizer Journalistin weiss, warum wir uns diese Kochsendungen dennoch antun: Pornografie.

    http://dasmagazin.ch/index.php/ich-fress-tv/

  4. 4 mipi

    @fressack: Sehr schöne Nachlese zu dieser Sendung (“… es war mir eine innere Brautnacht …” – köstlich).

    @mouchi: Ich bezweifle sehr stark, dass durch solche Sendungen irgend jemand zum Nachkochen angeregt wird. Was die Leute aus meiner Sicht animiert, sich solche Sendungen zu geben, ist der reine Showeffekt, die Gier nach Brot und Spielen.

  5. 5 kitty

    espuma…klingt nach auswurf. ein solides stück fleisch, fisch oder käse ist mir lieber.

  6. Hallo Chef, ich würde gern noch was bestellen:

    http://www.vox.de/kochen_3866.php (vielleicht hamS ja Zeit)


  1. 1 Brot und Spiele | Man kann's essen!

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