Ich gehe essen, 5. – Der Club der leeren Gläser.

03Apr08

Ich werde die Heizung runterdrehen, weil es bei mir kuschelig ist, gerade für Mädchen.

Ich werde ein paar Bilder abhängen, weil es einfach zu heimelig aussieht und Kerzen löschen.

Es ist einfach zu gemütlich bei mir.

Wie sonst ist das zu erklären:

club.jpg

Der Gespritzte (0.25 l) hielt eine Stunde, die Schorle kam danach. Die andere der beiden Damen hatte tatsächlich nur das Weizenbier. Zahltermin war dann 22:45 Uhr, was heisst, nach 3 Stunden 10 Minuten.

Ab 21.:30 spielte ich mit den Mädels ein lustiges Spiel: “Noch Wünsche, die Damen?” – “Nein, jetzt noch nicht!”

Ich mache was falsch.



28 Responses to “Ich gehe essen, 5. – Der Club der leeren Gläser.”

  1. Reiche salzige Snacks kostenlos.
    Erdnüsse, Salzstangen, sonstiges Knabberzeuchs.
    Nicht viel. Aber so ein kleines Schälchen…

  2. Dreh die Heizung rauf bis sie schön schwitzen. Dann müssten sie doch was trinken.

  3. So da hasse die Bilder:

    http://thomassein.blogspot.com/2008/04/romantisches-frankfurt-abenteuer-rhein.html

    Da Du weißt, daß wir mehr konsummiert haben, brauch ich ja keine Rechnung beifügen.

    Gruß

    Thomas

  4. 4 Bolli

    Du machst nichts falsch, es ist wohl die Konjunktur…..Schlechte Zeiten halt!

    Machs wie in Frankreich, die werfen den ewigen vor einem Kaffee sitzenden Gast vor 12 Uhr und 19 Uhr raus mit dem Hinweis, jetzt wird hier gegessen! Klappt immer!

  5. 5 fressack

    Aber die haben doch gegessen, das ist die einzige Entschuldigung. Genussfeinde halt.

  6. 6 fressack

    @thomas:

    Eines muss man dem Katholizismus lassen: genussfeindlich ist er nicht.
    Danke für die Bilder, obwohl man mich besser hätte treffen müssen….

  7. 7 Bolli

    Ach so, die haben gegessen.
    Na ja, wir trinken zu 2 bei einem Essen (2-3 Std) im Restaurant 1 Flasche Weisswein und dann eine Flasche Wasser, wenn man das hochrechnet, weiss ich auch nicht, ob der Schnitt besser wäre und Du zufrieden!?

  8. 8 fressack

    Flaschenweine sind schon ein anderes Presiniveau.
    Aber die wollten nur im Warmen schwätzen.

  9. die Nebentische aufstuhlen, wirkt aber nur, wenn keine weitern Gäste da sind.

  10. 10 kritzlibaer

    Also, das kenn ich zur genüge vom mir zugeneigten Weibe: Wir schlemmen beide, ich dazu einen Aperitiv, die passenden Weinchen, einen Digestiv, gefolgt von ein paar Absackern (schliesslich erfordert eine korrekte sensorische Botschaft der Geschmacksnerven an das Wohlbefindlichkeitszentrum des Hirns eine gut angefeuchtete Zunge). Sie nippt ein Fläschchen Wasser weg. Etliche Diskussionen darüber. Und eine verblüffende Erklärung der Liebsten: Sie geht nicht gerne auf fremde Klos! Aber nun renovier nicht gleich dein stilles Örtchen: Sie geht nämlich auch nicht gerne auf die allerfeinsten und saubersten fremden Toiletten.
    Ich bin sicher, auch dies ist ein weiterer großer Unterschied – neben dem kleinen – zwischen den Geschlechtern. Das (Zusammen)Leben und das eines Wirtes kann schon hart sein.

  11. 11 Petra S.

    mittlerweile werden die Bekannten immer mehr, die sich selbst nach der dritten Frage, ob sie noch was möchten, sagen trauen “nein, Danke”.
    Ich finde das assig.
    Wenn man noch so lange sitzen will, soll man was bestellen. Und dabei sind genau diese Leute nicht zum Sparen gezwungen.

    Apropos süßes Bild – mit Genießerschnute (hmmmmm), oder komm-her-gib-Küsschen-Mund?

  12. Ich glaube, ich würde die Preise der Getränke erhöhen. Oder die Getränke alternativ in kleineren Gläsern anbieten, wenn sie über 0,25l gross sind. Es ist zwar kein Restaurant, aber ein Teil des Erfolgs einer bekannten amerikanischen “Café”-Kette ist darauf zurückzuführen, dass man, wenn man einen überteuerten, und nicht mal besonders guten Kaffee bestellt hat, lange Zeit in Ruhe gelassen wird und sehr gemütlich sitzt. Wenn eh nur ein oder zwei Getränke bestellt werden, ist es vermutlich ziemlich egal, ob ein Getränk 2,80 oder 3,60 € kostet. Wie sich bei einem bestehenden Lokal solche Preisanpassungen verkaufen lassen, weiss ich allerdings nicht.

  13. 13 fressack

    @petra: danke für die Blumen. Ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem Ich war schon immer Geniesser (auch von Essen).

    @Véronique: Das Preisniveau des Schoppens unterliegt bei uns genauester Beobachtung, höhere Preise wären nicht durchzusetzen. Wenn ich erst mal ein Jahr dort etabliert bin, kann ich solche Leute auch anders behandeln.

  14. 14 gaga

    “geht nicht gerne auf die allerfeinsten Toiletten”
    Oh là là. Bei so einer antiseptischen Vorliebe schließen sich dann ja einige Dinge aus.

  15. 15 fressack

    Sie sind ein Ferkelchen….

  16. 16 gaga

    Ich hatte ganz saubere Gedanken. Ich dachte zum Beispiel “Händewaschen an fremden Waschbecken”.

  17. Neues Schild über der Theke/dem Tresen:
    “In unserem Gasthaus ist es alter Brauch: Wo man gemütlich sitzt, verzehrt man auch.”

  18. 18 Ev

    Ich kanns ja verstehen, was Sie umtreibt, wirklich. Aber dann denke ich dran, dass ich da eine Freundin habe, die momentan finanziell mehr als ganz unten ist, die aber auch mal weggehen möchte und sich nicht einladen lassen will, sondern für sich selber zahlen; hat was mit Stolz zu tun, kann man ja nicht jedem absprechen. Und was mach ich dann in dem Fall daneben? Ihr einen vorschlemmen? Gegen ihren Willen zahlen und riskieren, dass es mit dem Abend und dem Rest damit dann war? Geld sitzt momentan halt nicht mehr bei jedem locker … und in ‘ner guten Mischkalkulation dürfte sowas doch locker drin sein, wie ich für Sie herzlich hoffe!

    Auch wenn ich SEHR gerne bei Ihnen lese, dieser Satz

    “Wenn ich erst mal ein Jahr dort etabliert bin, kann ich solche Leute auch anders behandeln.”

    lüpft mir mit Verlaub dann doch die Magensäure.

    Nichts für ungut und viele Gäste mit vollen Geldbeuteln wünscht die Ev

  19. 19 fressack

    Das kann ich nicht ganz unwidersprochen lassen, liebe Ev. Ich habe nach fast 25 Jahren in der Gastronomie, davon u.a. 16 Jahre als Grosshändler von feinstem Geflügel, alle Facetten dieser schönen und verrückten Branche kennengelernt. Ebenso die Fähigkeit erworben, den meisten Gästen an der Nasenspitze anzusehen, welcher “Verzehrtyp” sie sind.
    Damen, in deren Portemonnaie leicht die Grundlage für den Verzehr eines weiteren Schoppens zu sehen ist, gehören zu dem Typ Genussverweigerer.
    Die Art der Gesprächsführung und das ganze Verhalten dieser beiden am besagten Abend liessen auf den typischen “WirgehenirgendwohinwowirinRuheredenkönnenwirwerdendasProblemmitDeinemAlten/Job/Vater/Lebenschonirgendwielösen-Abend schliessen. Essen und Trinken sind einfach Nebensache. Finanziell angespannte Geniesser würden nicht über drei Stunden an einem Getränk, bzw. über eine Stunde an einem leeren Glas sitzen. Das können die nicht. Ich weiss das, ich bin selber einer. (Also Geniesser…hihi)

  20. 20 fressack

    Kleiner Nachtrag: Mit “Behandeln” meinte ich nicht Beschimpfen oder rauswerfen, sondern nur das mitfühlende Hinstellen eines Glases Leitungswasser, weil die ja Durst haben müssen.

  21. Es war einmal in den 80er Jahren, da hatte ich – als Gastronom – einmal ein Pärchen zu Gast, welches sich sehr wohl gefühlt hatte in meinem Lokal. Das war toll. Verzehrt hatten sie allerdings weniger gut: Hauptgericht geteilt durch zwei, Vorspeise ebenfalls geteilt, Getränke, na ja. Nett und freundlich, wie wir (meine designierte Ehefrau und ich) damals waren, kam zwar ein heimlich-verstecktes “die-schon wieder”, aber anmerken lassen, haben wir uns nichts. Es stellte sich heraus – nach dem dritten oder vierten Besuch der beiden -, dass sie auf Hochzeitsreise waren, beide vorher geschieden, und damit knapp bei Kasse, nichtsdestotrotz genussaffin. Sie ist seit 20 Jahren Patentante meines Sohnes, und alle beide gute Freunde, mittlerweile auf Mallorca lebend.
    Was will ich damit sagen? Jeder Gast verdient die Chance, ein guter Gast zu werden. Fressack, Du hast es in der Hand, kein anderer. Wenn sich der Gast bei Dir wohl fühlt, dann ist das ein Kompliment. Kein böser Wille. Es kann durchaus sein, dass der Gast, den Du mit Kassenzettel hier ausstellst, im nächsten Jahr die Hochzeit seiner Tochter/ seines Sohnes bei Dir feiern möchte. Alles eine Sache der Sichtweise. Begegnungen finden immer auf Augenhöhe statt; was sich daraus ergibt, ist das Spannende im Leben.
    Sorry, ich habe heute meinen philosophischen Tag, der es mir nicht gestattet in die ausgeleierte Gastronomieklagenkerbe zu hauen.
    Liebe Grüße
    Mike

  22. 22 duni

    Wahrscheinlich haben die Damen daheim irgedwelche Hanswursten hocken, denen sie einfach entkommen wollen. Daher braucht es zum Wohlfühlen nicht mehr als einen Fingerhut kalorienreduzierter Apfelschorle.

  23. 23 fressack

    Ich sage es nochmal, Mike, ich kenne meine Pappenheimer. Wer an einer Apfelsaftschorle nippt, d.h. ungefähr 1 cl zu sich nimmt, trinkt nicht, sondern teilt es sich ein.
    Ausserdem habe ich die Damen genau beobachtet.

  24. das ist eine schwierige sache. mir ist das letzte woche selbst in einem restaurant passiert.
    ich wollte mit einer freundin schwätzen und hatte schon gegessen, der laden war recht leer (berlin leidet extrem unter dem rauchverbot, derzeit laufen nur die in-läden gut), wir nahmen also keinem esser die plätze weg. da wir beide auf diät waren (und ich beim italiener ohnhin wegen meiner glutenunverträglichkeit kaum was essen kann), blieb es beim vorspeisenteller, zwei wein und einer flasche wasser. dazu haben wir drei stunden geredet. für den gastronomen wäre es sicher besser gewesen, wir hätten es uns mit gemüseschnitzen, magerquarkdip und tee auf ihrem sofa gemütlich gemacht, aber so eng stehen wir nicht zueinander.
    das problem – wenn weggehen mal finanziell nicht so aufwändig sein soll – ist, daß man sich schwer downgraden kann. wer über miese kanisterweine, convinience, mikrowellenfutter, formfleisch und tiefkühlgemüse hinaus ist, hat manchmal auch nur einen kleinen hunger und durst.
    eine ähnliche geschichte ist mir zwei tage vorher passiert. wir sind mit einer freundin zum abendbrot verabredet gewesen. auf dem gang die straße entlang entdecken wir einen neuen italiener. schön, gemütlich, aber keine preise auf der karte draußen und noch kein publikum da, an dem man sich orientieren könnte (es kam auch keines mehr). da der laden sich dann als ambitioniert und teuer herausstellte, machten wir nur ein testessen. zwei gänge, jeder zwei gläser wein, wasser. hervorragende zutaten, die zubereitung war ok., mehr nicht. ein bißchen lax finde ich es, wenn artischocken im risotto angekündigt sind und grüner spargel unangesagt noch zusätzlich dabei ist (die dame, die bestellte, haßte spargel). der junge kellner nervte allerdings. alle zwei minuten kam er zu uns herüber, ob wir noch etwas wünschen würden.dabei sollte ihm klar gewesen sein, daß wir, so wie wir angezogen waren und den hund dabei hatten, nicht ein riesenspesenessen veranstalten. aber an solchen sachen entscheidet sich, ob wir vielleicht allesamt zurückkommen, mit geschäftsfreunden oder besuch im schlepptau und der dicken geldbörse in der tasche (keine karten!).

  25. 25 fressack

    Gäste wie Ihr sind mir immer willkommen. Ausserdem musst Du Dich nicht für zwei Wein und eine Flasche Wasser entschuldigen. Es ist die Haltung, die ich meine.
    Die alte Dame, die Sonntags zu ihrer Seniorenportion Braten einen Gespritzten mit Genuss trinkt, mag ich sehr.

  26. ja, nee, versteh schon. ich bin nur in mich gegangen, als ich das las und fand in der vorangegangen woche gleich zwei ereignisse dieser art.
    wenn ich in der nähe bin, komme ich eh vorbei.

  27. Lieber fresssack!

    Leider habe ich Dich erst jetzt gefunden! Absolut spannend Dein Blog!
    Schade, dass Du so weit weg bist, ich denke, wir hätten uns gut verstanden!
    Alles Liebe!
    Elke


  1. 1 Anonyme Köche » Archiv » Der Fuchs und das Maedchen

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